Sprechstunde: Büro - Kaulbachstr. 31 / 33 (2. Stock), nach vorheriger Anmeldung per E-Mail.
Arbeitsschwerpunkte
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Systematisch: Subjektphilosophie, Grenzfragen normativer Ordnung, Epistemologie, Theorie der Psychoanalyse
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Historisch: Deutscher Idealismus, Philosophie der Neuesten Zeit
Zur Person
- Studium der Literaturwissenschaft und der Philosophie in Berlin (FU) und Paris (Paris VIII), MA bei Winfried Menninghaus; Promotion in München (zur Sprachphilosophie Walter Benjamins), Theologiestudium in Paris; 2003-2005 Dozent: Universidad Iberoamericana, Mexiko-Stadt; 2011 Visiting Lecturer: Georgetown University; 2013 Visiting Assistant Prof., Loyola University Maryland; 2014 Habilitation am Institut für Philosophie der Goethe-Universität Frankfurt Main (Mentor: Christoph Menke). Titel: Exzessive Subjektivität
Publikationen
Aktuelles
GEIST, WELT UND KI - 20.-22. März 2025
https://hfph.de/hochschule/lehrende/prof-dr-dominik-finkelde-sj/geist-welt-und-ki-2025
Die Veröffentlichung von Chatbot-Apps wie ChatGPT und Bilderzeugungsprogrammen wie Dall.E wurde von Debatten begleitet, in denen diese Technologien entweder als das Ende der Herrschaft der Menschheit oder als Beginn einer neuen Evolutionsstufe gesehen werden – mit künstlicher Intelligenz, die Bewusstsein und andere humanoide Fähigkeiten im weitesten Sinne aufweist. Doch gibt es nicht eine unüberbrückbare Lücke oder einen Unterschied zwischen dem Geist (verstanden als unsere Überzeugungen, die auf Gründe reagieren, und als Handlungen, die Gründe umsetzen) und der künstlichen Intelligenz (verstanden als Mustererkennung in großen Datenmengen)? Diese Frage steht im Mittelpunkt der internationalen Konferenz "Geist, Welt und KI" an der Hochschule für Philosophie München. Die Beantwortung dieser Frage ist dringend notwendig, da das Aufkommen der künstlichen Intelligenz das Konzept des menschlichen Geistes erheblich herausfordert oder verändert. Die Konferenz geht daher der Frage nach, ob und welche Auswirkungen die Umgestaltung unserer theoretischen und praktischen Rationalität im Rahmen der künstlichen Intelligenz auf unser Verständnis des Begriffs "Geist" haben wird.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen der Staatlichen Kunstakademie der Bildenden Künste Stuttgart, der Otto von Guericke Universität Magdeburg und der Hochschule für Philosophie. Sie wird von der Deutschen Gesellschaft für Ästhetik unterstützt.
Organisiert von Daniel Feige, Dominik Finkelde und Eva Schürmann.
Vortragende: Florian Arnold, Godehard Brüntrup, Dominik Finkelde, Daniel M. Feige, Gabriele Gramelsberger, Eva Weber-Guskar, Sabine Müller-Mall, Benjamin Rathgeber, Eva Schürmann, Christiane Voss
IM FEBRUAR 2025 ERSCHIENEN:
Unpacking the central role of the unconscious in the relationship between mind and world
Over a series of careful readings and accessible discussions, prefaced by a foreword from Eric Santner, Dominik Finkelde analyzes the central role of the unconscious in the relationship between mind and world. Moving beyond Freud, Kant, and Hegel and toward the contemporary work of the Ljubljana School, he explores how humans relate to facts and the influence of the unconscious on questions regarding truth, perception, and meaning.
Aspects of recognition and unconscious processes of transference are at stake in these fundamental questions of perception and knowledge, though these have been widely ignored in epistemological and ontological debates in contemporary philosophy. Finkelde draws on both the continental and analytic traditions, ultimately building from the work of current-day interlocutors to interrogate questions concerning the influence of enigmatic signifiers, the role of sublime objects of ideology, the importance of fantasy cultivation and transgression, and the power of jouissance as an ontological factor.
“Finkelde manages at the same time to effectively introduce and present Lacan's very significant development of contemporary thinking as well as to show the vast and deep implications of this thinking for contemporary issues. Original and engaging; there is nothing quite like it."—Paul Livingston, University of New Mexico
Weitere Informationen: hier
FORTHCOMING: MÄRZ 2025
Slavoj Žižek ist der international einflussreichste Philosoph und Vertreter einer Kritischen Theorie der Gegenwart. Er hat mit seinen mehr als 50 Büchern die Grenzen der Kulturtheorie, der Philosophie, der Psychoanalyse und der Subjektphilosophie des Deutschen Idealismus erweitert und Debatten von der politischen Philosophie bis zur Ontologie geprägt. Mit unübertroffener Kreativität und schillerndem Witz präsentiert er innovative und herausfordernde Analysen. Sie betreffen die politischen Verhältnisse der Gegenwart ebenso wie klassischen Fragen von Wahrheit und Schein, Freiheit und Unterwerfung. Konzepte wie Genießen als politischer Faktor, gespaltene Subjektivität, Objekt klein a, Anrufung und Parallaxe haben das Vokabular der kontinentalen Philosophie der Gegenwart wesentlich bereichert. Das Handbuch versammelt national und international anerkannte Philosophinnen und Philosophen, die sich seit den 1990er Jahren immer wieder mit Žižeks Philosophie auseinandergesetzt haben. Nach einem (werk-)biographischen Überblick führen sie in seine Werke ein, ebenso wie in die Wirkungsweisen derselben auf die zeitgenössische Theorie. Auch Kritik und Kontroversen, die Žižeks Publikationen und Positionen ausgelöst haben, werden rezipiert und dargelegt.
Betreute Promotionen
- Frimmer, Seraphin:
Titel: Mnemonische Gemeinschaften und Spektralität. Zum Problem konkurrierender Gedächtnisnarrative nach Jacques Derrida und Aleida Assmann (Arbeitstitel)
Abstract: Die Mehrheit des zeitgenössischen Diskurses der Gedächtniswissenschaften versteht das transkulturelle Phänomen konkurrierender Gedächtnisnarrative als epistemologisches Problem. Kennzeichnend hierfür ist die Position, dem mnemonischen Raum einen grundsätzlichen Konkurrenzcharakter abzusprechen und von einer theoretisch möglichen Konfliktlösung auszugehen. Eine kritische Auseinandersetzung mit diesem Phänomen aus (sozial-)ontologischer Perspektive steht derzeit jedoch noch aus. Das Promotionsprojekt soll diese Forschungslücke schließen, indem in Anschluss an Jaques Derridas Konzept der Hauntologie und in kritischer Auseinandersetzung mit Aleida Assmanns Arbeiten zum kulturellen Gedächtnis die These vertreten werden soll, dass das Phänomen konkurrierender Gedächtnisnarrative als notwendiges Symptom der Aporien kollektiver Gedächtnispraxen zu verstehen ist, da soziale Strukturen kooperativer Vergangenheitsbezugnahme stets von einer inhärenten, (sozial-)ontologischen Spannung zwischen hegemonialen Erinnerungsdiskursen und einem diese Diskurse ermöglichenden konstitutiven Ausschluss geprägt sind.
- Galla, Martin:
Titel: Die libidinöse Struktur kommunikativer Prozesse. Zum Verhältnis von Systemtheorie und Psychoanalyse (Arbeitstitel)
Abstract: In jüngster Vergangenheit hat sich eine wissenschaftliche Gemeinschaft konstituiert, die unter dem Titel ‚Kritische Systemtheorie‘ direkt an die Luhmann-Habermas-Debatte anschließt: Die Mittel der Systemtheorie werden mit einem diversen Spektrum heterogener Theorieansätze verknüpft, um so ein kritisches Begriffsinstrumentarium für zeitgenössische Gegenwartsdiagnosen herzustellen. Auffällig ist, dass die erkenntnistheoretischen Leistungen der Systemtheorie und der Psychoanalyse dazu bislang kaum aufeinander bezogen wurden. Die Dissertation schließt diese Forschungslücke. Im Kontext eines durch Lacan erschlossenen linguistischen Verständnisses psychischer Phänomene werden soziale Genussstrukturen in politisch-ideologischen Gesellschaftsstrukturen begrifflich näher bestimmt. Mit anderen Worten gesagt: Genuss wird als ein politischer und gesellschaftlicher Faktor mit dem Sinnbegriff der Systemtheorie in ein Verhältnis gegenseitiger Erhellung gebracht. Das Promotionsprojekt argumentiert für eine Position, die Sinnstrukturen und ihre Verwaltung nicht nur als Strukturen kommunikativer Prozesse versteht, sondern besonders auch als solche, in denen immer schon eine Logik libidinöser Ökonomie am Werk ist.
- Bakatoula, Adret:
Titel: Heideggers Kritik am Christentum in den "Schwarzen Heften"
Abstract: Das Dissertationsprojekt untersucht Heideggers Kritik am politisch-spirituellen Zustand des Christentums seiner Zeit, wie er sie in den Schwarzen Heften darlegt. In diesen Texten nimmt er Stellung zu bisher wenig beachteten theologischen Debatten. Sie bekräftigen ihn in der Überzeugung, dass das Christentum die negativen Tendenzen moderner Erfahrungsarmut beschleunigt und demnach als Instanz zur Neubestimmung menschlicher Existenz versagt.
Formulare für Studierende:
- Seminarschein: PDF
- Zusatzprüfung Promotion - Zeugnis: PDF
- Anmeldungsformular für Zusatzprüfung im Promotionsverfahren: PDF