„Sens Werk gerade in Zeiten der Corona-Pandemie aktueller denn je“

Wirtschaftsethiker Wallacher beglückwünscht Amartya Sen zum Friedenpreis des Deutschen Buchhandels

München, 17.6.2020 – Die Verleihung des Friedenspreises an Amartya Sen sieht der Wirtschaftsethiker Johannes Wallacher als Ermutigung für alle, die sich in Theorie und Praxis für ein umfassendes Verständnis von Entwicklung einsetzen. „Mit seinem Werk zeigt der Philosoph und Wirtschaftswissenschaftler Sen Alternativen zu einer Ökonomie auf, die materiellen Wohlstand und Wirtschaftswachstum zum alleinigen Maßstab macht“, betont der Präsident der Hochschule für Philosophie München (HFPH) und Professor für Wirtschaftsethik Wallacher: „Sens Anliegen, die Armen und Ausgegrenzten besonders in den Blick zu nehmen und allen fairen Zugang zu sozialen Grunddiensten, sozialer Sicherung wie politischer Beteiligung zu eröffnen, ist gerade in Zeiten der Corona-Pandemie aktueller denn je. Wir beglückwünschen Amartya Sen sehr herzlich zur Auszeichnung mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.“

Am Zentrum für Globale Fragen (ZGF) der HFPH, das als „Third Mission Institut“ am Schnittpunkt zwischen Forschung und Gesellschaft steht, beschäftigen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Disziplinen seit Jahren intensiv mit dem Werk Amartya Sens. Johannes Wallacher forscht seit Langem zu Sen und kennt ihn von persönlichen Begegnungen in Göttingen und Georgetown. Die Philosophin Rebecca Gutwald engagiert sich in der von Sen gegründeten Human Development and Capability Association (HDCA). Stefan Einsiedel, Geschäftsführer für die Bereiche Umweltethik und Umweltbildung des ZGF, besuchte für seine Dissertationsschrift indische Slums und Dörfer indigener Gruppen, um dort die Wirtschaftskritik von Amartya Sen und Papst Franziskus einem Praxistest zu unterziehen. „Amartya Sen und Papst Franziskus sind beide Mitte 80 und doch hochaktuelle Mahner und Mutmacher für eine nachhaltigere Entwicklung. Die Verleihung des Friedenspreises ist auch für uns Wissenschaftler eine echte Ermutigung“, freut sich Einsiedel.

An der Hochschule für Philosophie München (HFPH) stellen sich Lehrende und Studierende seit mehr als 90 Jahren gemeinsam den Herausforderungen von Gegenwart und Zukunft. Das Studienangebot der vom Jesuitenorden getragenen und staatlich anerkannten Hochschule umfasst Philosophie-Studiengänge mit den Abschlüssen Bachelor, Master und Promotion ebenso wie berufsbegleitende Weiterbildungsstudiengänge mit Zertifikat oder Master-Abschluss. Zwischen Staatsbibliothek und Englischem Garten gelegen, finden an der HFPH rund 600 Studierende hervorragende Studienbedingungen mit modernen Hörsälen und Seminarräumen und einem sehr günstigen Betreuungsverhältnis vor.

 

Artikel: "Entwicklung als Freiheit. Zum Entwicklungsverständnis von Amartya Sen" von Prof. Dr. Dr. Johannes Wallacher

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