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100 Jahre Denken lernen – Festakt zum HFPH-Jubiläum

Festakt zum hundertjährigen Bestehen der HFPH – eine Rückblende

Im Jahr 2025 durften wir dankbar auf 100 Jahre HFPH zurückblicken. Unbestrittener Höhepunkt und zugleich würdiger Abschluss des ereignisreichen Jubiläumsjahres war der Festakt am 10. Oktober, den wir in feierlicher Atmosphäre und mit überaus großem Zuspruch begangen haben. Zahlreiche, zum Teil internationale Gäste aus Wissenschaft, Kirche, Politik und Gesellschaft waren der Einladung gefolgt, um gemeinsam die Geschichte der HFPH und die Relevanz philosophischer Bildung, kritischen Denkens und gesellschaftlicher Verantwortung zu würdigen.

Den Auftakt bildete ein festlicher Dankgottesdienst , den die Hochschule gemeinsam mit ihrem Träger in der Jesuitenkirche St. Michael ausrichtete. Im Anschluss wurde der Festakt in der Aula der Hochschule mit inspirierenden Impulsen und beeindruckenden künstlerischen Einlagen fortgesetzt wurde.

 

Foto © HFPH / glueck.photography

Festmesse in der Jesuitenkirche St. Michael

Die Messe, die um 14:30 Uhr begann, wurde von Erzbischof Reinhard Kardinal Marx gemeinsam mit P. Arturo Sosa SJ, dem Generaloberen der Gesellschaft Jesu und Magnus Cancellarius der HFPH aus Rom, zelebriert. Die rund  1.000 Gläubigen füllten die St. Michaelskirche bis auf den letzten Platz und würdigten die 100-jährige Geschichte der Hochschule.  

Für einen festlichen Rahmen sorgten die musikalischen Beiträge von Peter Kofler an der Orgel und des UniversitätChors München unter der Leitung von Verena Egger. Studierende und Hochschulfamilie zeigten beim Ministrantendienst und in den Fürbitten persönliches Engagement. In rund 90 Minuten bot die Festmesse Raum für Dankbarkeit und Besinnung, sowie einen Ausblick auf den Auftrag philosophischer Bildung für die Zukunft.

 

Foto © HFPH / Stories by Julia

Jubiläumsfeier in der Aula der Hochschule

Nach einer kleinen Verschnaufpause lief das Festprogramm in der Kaulbachstraße weiter: Hochschulpräsident Prof. Dr. Dr. Johannes Wallacher begrüßte gut 300 Gäste in der vollbesetzten Aula und betonte, dass die HFPH seit ihrer Gründung ein Ort des offenen Denkens, des Dialogs und der gesellschaftlichen Verantwortung sei. Unter den vielen Ehrengästen befanden sich prominente Persönlichkeiten wie Staatsminister Markus Blume MdL, S.K.H. Herzog Franz und S.K.H. Prinz Ludwig von Bayern, der langjährige Bundesfinanzminister und Ehrensenator der HFPH, Dr. Theo Waigel, und Dr. Nathalie von Siemens, Alumna und Kuratoriumsmitglied der HFPH.

Moderator Dr. Stefan Leifert, Redaktionsleiter des ZDF „heute journal“ und Alumnus der Hochschule, führte souverän durch den Abend. Zwischen den Programmpunkten bereicherten musikalische und tänzerische Einlagen der Künstlerinnen und Künstler Lea Markgraf, Jochanah Mahnke, João Santiago und Conor O’Brien die Feierlichkeiten und schufen eine lebendige, festliche Atmosphäre.

 

Foto © HFPH / Stories by Julia

 

Grußworte von Kardinal und Staatsminister

In seinem Grußwort betonte Reinhard Kardinal Marx die Bedeutung der Hochschule als Raum des offenen Denkens, der weit über die Kirche hinauswirkt:

 

„Es ist gerade spürbar, dass hier ein offener Raum da ist, über die Welt, über Gott, über das Leben, über die Zukunft nachzudenken mit Gründen – mit Gründen, nicht nur einfach eine Meinung zu vertreten, sondern nachzudenken, ob diese Meinung auch ein Fundament hat im Recht und im Denken“. 

 

Außerdem hob der Kardinal hervor, dass die HFPH entscheidend dazu beiträgt, Menschen zu befähigen, rationale und begründete Entscheidungen zu treffen und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Er sicherte zudem die weitere Unterstützung seitens der Kirche zu.

Staatsminister Markus Blume MdL würdigte in seinem Grußwort nicht nur die familiäre und einladende Atmosphäre an der HFPH, in seinen Worten ist sie ein „Diamant in unserer (bayerischen) Hochschullandschaft – klein, aber von größter Strahlkraft”.

Damit attestierte er ihr Einzigartigkeit und Beständigkeit. Zugleich beschrieb Blume die Hochschule auch als lebendig und innovativ. Philosophie sei gerade in Zeiten tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen unverzichtbar, insbesondere als Schule des Urteilens, Zweifelns und Menschseins in einer Welt, in der künstliche Intelligenz eine immer größere Rolle spielt.

 

Foto © HFPH / Stories by Julia

Festvortrag und Podium

Ein besonderer Höhepunkt der Jubiläumsfeier war der Festvortrag von P. General Arturo Sosa SJ mit dem Titel „Reason, Responsibility and Resilience: The Role of Jesuit Higher Education in Contemporary Society“. P. Sosa SJ hob darin die Bedeutung philosophischer Bildung in Zeiten gesellschaftlicher Unsicherheit hervor und warnte vor den sogenannten „vier Ps“ – Populismus, Polarisierung, Postfaktizität und Protektionismus. Er unterstrich die Verantwortung der Hochschule, Räume für kritisches Denken und Hoffnung zu bewahren:

 

„An jesuitischen Universitäten ist das Eintreten für eine bereichernde Beziehung zwischen Glauben und Wissen eine wichtige Grundlage der philosophischen Lehre – wir wissen, dass wir mehr brauchen.“

 

Woraus dieses „mehr“ besteht? Als Beispiele nannte der Generalobere Hoffnung, Kreativität und Dialog.

Im anschließenden Podiumsgespräch diskutierten Staatsminister Markus Blume, der Präsident der Jesuitenkonferenz in Europa (JCEP), P. Dalibor Renić SJ, Prof. Dr. Barbara Schellhammer und HFPH-Studentin Sarah Ruf unter der Moderation von Dr. Stefan Leifert, welchen Beitrag die Philosophie in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche leisten kann. Prof. Schellhammer mahnte, Philosophie dürfe nicht im „Elfenbeinturm“ bleiben, sondern müsse auch gesellschaftlich wirksam sein. Sarah Ruf hob hervor, dass Philosophie Studierende dazu befähige, kritisch zu reflektieren und gesellschaftliche Entwicklungen aktiv zu hinterfragen. Markus Blume wies darauf hin, dass philosophische Analysen helfen, die Dynamik der Gesellschaft und die Gefahren für die Demokratie zu verstehen, insbesondere angesichts von Postfaktizität und Polarisierung. P. Dalibor Renić SJ ergänzte, dass die vier „P“-Phänomene – Populismus, Polarisierung, Postfaktizität und Protektionismus – eine Unfähigkeit spiegeln, Fremdheit und Andersartigkeit zu akzeptieren, und dass Philosophie insbesondere Offenheit, Reflexion und Hoffnung fördere als Fähigkeiten, die notwendig sind, um diesen Herausforderungen zu begegnen.

Die Diskussion verdeutlichte, dass philosophische Bildung heute nicht nur theoretisch und akademisch große Bedeutung hat, sondern vor allem auch praxisrelevant ist – als Orientierung, Sinnstiftung und als Mittel zur konstruktiven Auseinandersetzung mit Unsicherheit, Vielfalt und gesellschaftlichen Spannungen.

 

Foto © HFPH / Stories by Julia

 

Preisverleihung und Ausklang

Im Rahmen des Festakts wurde der Alfred-Delp-Dissertationspreis an Dr. Maximilian Scholz verliehen. Diese Auszeichnung vergibt der Alumni-Verein pro philosophia e.V.  für herausragende philosophische Doktorarbeiten.

Auf das offizielle Programm in der Aula folgte der gesellige Teil. Die zahlreichen Gäste genossen das köstliche Buffet, die festliche Atmosphäre und den angeregten Austausch Die Feierlichkeiten zeigten, dass die HFPH auch nach 100 Jahren eine lebendige, offene und gesellschaftlich engagierte Institution bleibt, die Studierende, Lehrende und externe Philosophie-Interessierte gleichermaßen inspiriert.

Der Festakt war für alle Beteiligten ein besonderer Tag und der krönende Höhepunkt des Jubiläumsjahres – oder, um es in den Worten eines Gastes zu sagen, „ein Paukenschlag“: ein Ereignis, das die Tradition, das Engagement und die Zukunftsfähigkeit der Hochschule eindrucksvoll sichtbar machte. Ermutigt durch die Feier und den breiten Zuspruch darf die HFPH gestärkt und zuversichtlich auf weitere 100 + Jahre der kritischen Reflexion, der Bildung und des gesellschaftlichen Beitrags blicken.

 

Die Jubiläumsfeier in der Aula wurde unter großer Resonanz auch live auf dem YouTube-Kanal der Hochschule übertragen. Die Aufzeichnung und weitere Videos zum Jubiläum der HFPH sind dort auch weiterhin verfügbar – viel Vergnügen beim Anschauen!

 

Impressionen Festakt und Festmesse

 

Aufzeichnung Festakt am 10.10.2025

 

Video-Rückblick auf das Jubiläumsjahr 2025 

 

Foto © HFPH / Stories by Julia

 

Danksagung

 

Im Namen der gesamten Hochschulfamilie noch ein herzliches Dankeschön an alle, die durch ihre Mitwirkung, ihre Ideen und ihre tatkräftige und nicht zuletzt finanzielle Unterstützung dieses festliche Ereignis möglich gemacht haben!

Wer die HFPH ebenfalls unterstützen möchte, findet weitere Informationen zum Thema Philosophie fördern auf der Website der Hochschule.

 

Spenden erreichen uns online oder auf dem klassischen Weg über folgende Bankverbindung:

Stiftung Hochschule für Philosophie SJ
IBAN: DE 26 7509 0300 0002 3395 87
BIC: GENODEF1M05

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