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München, 03.06.2026. Die Hochschule für Philosophie München (HFPH) lädt am Donnerstag, 11. Juni 2026, um 19:00 Uhr in die Aula der Hochschule zu einem Diskussionsabend zum Verhältnis von Kirche, Vernunft und Aufklärung ein. Unter dem Titel „Kirchliche Ideenpolitik – Das umstrittene Erbe der Aufklärung“ zeichnen der katholische Kirchenhistoriker Prof. Dr. Klaus Unterburger und der evangelische Theologe Prof. Dr. Constantin Plaul unter der Moderation von Prof. Dr. Georg Sans SJ ideenpolitische Konfliktlinien nach, die bis heute fortwirken.

Einflussreiche theologische Strömungen betonen seit dem Altertum die Vernünftigkeit des christlichen Glaubens. Dennoch tun sich katholische wie evangelische Kirche schwer mit dem Erbe der Aufklärung. Auf evangelischer Seite bemühten sich die liberale Theologie und der Kulturprotestantismus um eine Deutung des Christentums im Geist der kantischen und nachkantischen Philosophie. In der katholischen Kirche entstand die Neuscholastik geradezu als Gegenbewegung zu dem Versuch, dem aufgeklärten Denken einen Platz zu sichern.

Prof. Dr. Klaus Unterburger (Ludwig-Maximilians-Universität München) stellt am Beispiel des Jesuiten Josef Kleutgen (1811–1883) die katholische Neuscholastik vor. Prof. Dr. Constantin Plaul (Universität Regensburg) präsentiert Ernst Troeltsch (1865–1923) als Vertreter der liberalen Theologie. Das Gespräch wird geleitet von Prof. Dr. Georg Sans SJ, Professor für Religions- und Subjektphilosophie an der Hochschule für Philosophie München.

Gemeinsam diskutieren die Referenten die Leitfrage: Wie kann – oder soll – heute mit dem Erbe der Aufklärung im kirchlichen und religiösen Kontext umgegangen werden?

Relevanz für Öffentlichkeit und Medien

Das Thema der Veranstaltung berührt zentrale Gegenwartsfragen, darunter das Verhältnis von Religion und moderner Gesellschaft, die Rolle der Rationalität für den Glauben sowie die öffentliche Stellung der Kirchen in pluralen Demokratien. Gerade in Zeiten wachsender Polarisierung schärft der Blick in die Geschichte die Wachsamkeit für den politischen Gebrauch von Ideen der Vergangenheit.

Über die Hochschule

An der Hochschule für Philosophie München (HFPH) stellen sich Lehrende und Studierende seit 100 Jahren gemeinsam den großen gesellschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft. Wir bilden Menschen in Philosophie aus, damit sie komplexe Zusammenhänge kritisch erfassen können und Orientierung in den existenziellen Fragen des Menschseins gewinnen. Das Studienangebot der vom Jesuitenorden getragenen und staatlich anerkannten Hochschule umfasst Studiengänge in Philosophie mit den Abschlüssen Bachelor, Master und Promotion ebenso wie berufsbegleitende Weiterbildungsstudiengänge mit Zertifikat oder Master-Abschluss. Im Zentrum des Münchner Universitätsviertels zeichnet sich die Hochschule durch besondere Lehr- und Lernprozesse auf Augenhöhe zwischen Studierenden und Lehrenden, eine familiäre Atmosphäre sowie inter- und transdisziplinären Austausch aus. Die Hochschule ist ein Ort des Dialogs und der Debatte, der auch über die Wissenschaft hinaus in die Gesellschaft hineinwirkt.

Weitere Informationen

Link zur Veranstaltung: Kirchliche Ideenpolitik – Hochschule für Philosophie München

Lehrendenprofil von Prof. Dr. Georg Sans SJ: www.hfph.de/sans