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Neue Frauenbeauftragte an der HFPH

Prof. Dr. Julia Inthorn hat seit 01. April 2026 das Amt der Frauenbeauftragten an der Hochschule für Philosophie München inne. Welche Aufgaben und Ziele mit diesem Posten einhergehen, berichtet sie im Interview. 

Julia Inthorn ist die neue Frauenbeauftragte der HFPH München © HFPH/ A. Futter

“Ich wünsche mir, dass sich Studentinnen in gleicher Weise gefördert, in ihren Beiträgen anerkannt und mit ihren Zugängen und Fragen gehört fühlen wie alle anderen Studierenden. Ich wünsche mir, dass in Entscheidungen, die viele betreffen, Diversität grundsätzlich mitgedacht wird.” 

 

Die Hochschule für Philosophie München (HFPH) hat seit dem 01.04.2026 eine neue Frauenbeauftragte:  Prof. Dr. Julia Inthorn, Professorin für Angewandte Ethik, übernimmt ab sofort diese wichtige Funktion an der Hochschule. Damit ist sie zentrale Ansprechpartnerin für Fragen rund um Gleichstellung, Chancengerechtigkeit und strukturelle Herausforderungen im Hochschulalltag für Frauen. 

Die Aufgabe einer Frauenbeauftragten geht dabei weit über einzelne Maßnahmen hinaus. Sie setzt sich dafür ein, mögliche Benachteiligungen sichtbar zu machen, unterstützt bei konkreten Anliegen und wirkt darauf hin, dass Gleichstellung langfristig in der Hochschulkultur verankert wird. Dazu gehören unter anderem Beratungsangebote, die Mitwirkung bei Entscheidungsprozessen im Senat der Hochschule sowie die Entwicklung von Initiativen und Angeboten, die Chancengleichheit fördern. 

Gerade im Hochschulkontext ist Gleichstellung ein komplexes Thema. Es betrifft nicht nur offensichtliche Unterschiede, sondern auch weniger sichtbare Strukturen, die sich beispielsweise auf Karrierewege, Studienbedingungen oder die allgemeine Wahrnehmung bestimmter Gruppen auswirken können. Die Arbeit der Frauenbeauftragten setzt an diesen Punkten an und versucht, nachhaltige Verbesserungen anzustoßen. 

Welche konkreten Schwerpunkte sie in ihrer Amtszeit setzen möchte und wie sie die Gleichstellungsarbeit an der HFPH gestalten will, stellt sie im folgenden Interview vor. 

Wie würden Sie Ihre Rolle als Frauenbeauftragte an der HFPH definieren? 

Die Funktion der Frauenbeauftragten ist durch ein Landesgesetz festgelegt. Aufgabe ist es, die Gleichstellung zu fördern. Gesetzlich festgelegt ist das – und daher auch der Name – in Bezug auf ungleiche Behandlung auf Grund des Geschlechts. Ich würde, da wir als kleine Einrichtung nicht die Kapazitäten haben, sehr viele verschiedene unterstützende Institutionen dieser Art einzurichten, die Aufgabe weiter verstehen und für jede Form der Ungleichbehandlung als Ansprechperson zur Verfügung stehen wollen. 

Wie werden Studentinnen oder Mitglieder der Hochschule konkret unterstützt? 

Zunächst geschieht das durch das Sichtbarmachen und Bewusstseinsbildung in Bezug auf bestehende strukturelle Ungleichheiten, denn nur so können langfristig Barrieren abgebaut werden, gläserne Decken verschwinden und eine entsprechende Kultur (weiter) gestärkt werden. Ich bin Ansprechperson bei konkreten Problemlagen und individuellen Unterstützungsbedarfen. Darüber hinaus will ich versuchen auch systematische Formen der Unterstützung zu etablieren. Hierzu ist der erste Schritt eine Art Bedarfsanalyse, denn viele Studierende haben noch ein Standbein an einer anderen Universität oder einem beruflichen Kontext, so dass viele auch anderweitig Zugang zu Förderung haben.

Was wünschen Sie sich auch längerfristig für die Gleichstellungskultur an der HFPH? 

Ich wünsche mir, dass sich Studentinnen in gleicher Weise gefördert, in ihren Beiträgen anerkannt und mit ihren Zugängen und Fragen gehört fühlen wie alle anderen Studierenden. Ich wünsche mir, dass in Entscheidungen, die viele betreffen, Diversität grundsätzlich mitgedacht wird. 

Wann können oder sollten sich Studentinnen an Sie wenden? 

Wann immer sie das Gefühl haben, es könnte hilfreich sein – es muss kein konkretes Anliegen sein. Sie sollten sich in jedem Fall an mich wenden, wenn sie klare Verstöße wahrnehmen, damit dem nachgegangen werden kann. 

Welche Themen stehen in der Arbeit als Frauenbeauftragte im Vordergrund und wie unterscheiden sich Ihre Aufgaben von anderen Beratungsstellen der HFPH? 

Grundsätzlich stehen natürlich alle Professor*innen für unterschiedliche Belange als Ansprechpersonen zur Verfügung. In meiner Aufgabe stehen Fragen von (Un)Gleichbehandlung im Vordergrund und damit sowohl individuelle als auch strukturelle Aspekte des Umgangs miteinander. 

An welchen Stellen könnte man die Gleichberechtigung an der HFPH Ihrer Meinung nach fördern? 

Förderung ist sicher an vielen Stellen sinnvoll – so wie im gesamtgesellschaftlichen Kontext auch, und die verschiedenen Aspekte oder Ansätze auf verschiedenen Ebenen müssen gut miteinander verzahnt sein, um zu greifen. Letztlich kann man immer nur Dinge ausprobieren und evaluieren – und mit wechselnden Personen wechseln auch die Themen. Es bleibt also in jedem Fall ein Prozess. 

Gibt es feste Sprechzeiten oder flexible Möglichkeiten Sie zu kontaktieren? 

Am einfachsten erreicht man mich per Mail unter oder vor/nach Lehrveranstaltungen und kann dann einen Termin mit mir vereinbaren. Oder man schaut einfach vorbei (Raum 2.25). 

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