Navigation überspringen

Modulstudiengang Wirtschaftsethik – Interview mit Rhetoriktrainer Philipp Falser

Wie hängen wirtschaftliche Prozesse mit ethischen Fragestellungen zusammen? Mit dieser und weiteren Fragen beschäftigt sich der Modulstudiengang Wirtschaftsethik an der HFPH. Im folgenden Interview teilt unser Studierender Philipp Falser seine Erfahrungen mit dem berufsbegleitenden Modulstudium.

Imagebild eines Hochhauses mit Wald

Wirtschaftliche Entscheidungen entstehen selten im luftleeren Raum. Sie betreffen Menschen und prägen Organisationen. Oftmals haben sie Auswirkungen, die über das eigene Unternehmen hinausreichen. Entsprechend wächst die Bedeutung von Orientierungspunkten, die über rein ökonomische Überlegungen hinausgehen und verantwortliches Handeln ermöglichen.

Das berufsbegleitende Modulstudium Wirtschaftsethik an der HFPH greift diesen Bedarf auf und lädt dazu ein, wirtschaftliche Zusammenhänge aus einer reflektierten, normativen Perspektive zu betrachten. Teilnehmende setzen sich mit Fragen von Verantwortung, Fairness und Entscheidungsfindung auseinander.

Über einen Zeitraum von drei Semestern vermittelt das Programm im Umfang von 36 ECTS-Punkten  sowohl theoretische Grundlagen als auch praxisorientierte Inhalte. Es richtet sich damit insbesondere an Personen, die ethische Prinzipien nicht nur theoretisch verstehen, sondern auch im beruflichen Alltag anwenden möchten.

Auch der Rhetoriktrainer und Kommunikationscoach Philipp Falser hat sich für dieses Modulstudium an der HFPH entschieden und berichtet hier von seiner Erfahrung mit dem Programm und den Impulsen aus der Wirtschaftsethik:

 

Was hat Sie persönlich dazu bewegt, sich für Wirtschaftsethik an der HFPH zu entscheiden?

Bereits im Masterstudium der angewandten Rhetorik in Stuttgart habe ich mich mit ethischen Fragestellungen auseinandergesetzt. Das wollte ich vertiefen. Für mich spielte es außerdem eine wesentliche Rolle, dass die Hochschule von den Jesuiten getragen wird.

Wie hilft Ihnen das Studium bei der Bewältigung ethischer Herausforderungen in Ihrem beruflichen Alltag?

Als freiberuflicher Trainer für Rhetorik und Kommunikation berate und trainiere ich Menschen aus Wirtschaft, Jurisprudenz, Politik, Sozialbereich und Kultur.

 

Rhetorik und Ethik gehören dabei zusammen: Ohne Ethik verkommt die Rhetorik zur Technik, um erfolgreicher zu manipulieren. Ohne Rhetorik bleibt die Ethik ein Elfenbeinturm der Philosophen. Zusammen wird kooperative Rhetorik möglich: ein Schritt zu einer besseren Welt.

 

Mit welchen Fragestellungen und Konflikten beschäftigt man sich in der Wirtschaftsethik und was interessiert Sie besonders?

Ich interessiere mich vor allem für politische und gesellschaftsrelevante Fragestellungen. Wenn es darum geht, Gemeinwohl und individuelle Freiheit unter einen Hut zu bekommen, wird es stets spannend.

Wie erleben Sie die Mischung aus Online- und Präsenzlehre?

Generell ziehe ich die Präsenzlehre der Onlinelehre vor und bin froh, dass es Blockangebote in Präsenz gibt. Lektürekurse, oder andere Kurzformate funktionieren hingegen auch wunderbar online.

Wie würden Sie einem Laien erklären, warum Wirtschaftsethik so relevant ist?

Egal ob wir mit Schülerinnen und Schülern, mit Politikerinnen und Politikern, oder mit Führungskräften aus der Wirtschaft sprechen: Immer wieder wird der Mensch als egoistisch, kühl und berechnend dargestellt. Das prägt uns. Wer aufzeigt, wie viel Kooperationsfreude und Altruismus im Menschen (schon in Babys!) steckt, wird gerne belächelt und als Utopist dargestellt. Diese Sichtweise auf den Menschen prägt unser Denken und Handeln.  Ich bin überzeugt, dass wir es verlernt haben, über und von Moral zu sprechen; ich bin überzeugt, dass uns ethische Kriterien abhandengekommen sind. Eine Folge: 

Dadurch sind wir zur Überzeugung gekommen, die Ethik sei etwas Weiches und Gefühliges – und vor allem etwas Persönliches, das jeder mit sich selbst ausmachen muss.  In der Ethik gäbe es keine Klarheit und deshalb eigne sich das moralische Argument in wirtschaftlichen Fragen nicht. Wir haben doch Gesetze, wozu brauchen wir dann noch Moral?

 

Weil wir uns selbst im verzerrten Lichte eines rationalen Egoisten sehen, der stets rechnet, um seinen Maximalnutzen zu realisieren, fangen wir selbst an, stets zu rechnen, ohne zu fragen: Wozu das Ganze?

 

Ich bin der Überzeugung, dass Mathematik und Ethik, auch in Wirtschaft und Politik zusammen gedacht werden können und gemeinsam sicherstellen, dass die Ökonomie dem Menschen dient und nicht der Mensch der Ökonomie. Wenn die Ökonomie dem Menschen dienen soll, dann müssen wir doch die Frage nach dem Zweck stellen. Eine ethische Frage!

Welche konkreten Ideen oder Impulse möchten Sie aus dem Studium in Ihren beruflichen oder gesellschaftlichen Kontext übernehmen?

Es ist mehr als eine Idee oder ein Impuls: Ethik ist ein geistreiches Fundament, welches den ganzen Menschen prägt.

Wem würden Sie ein solches Modulstudium empfehlen und warum?

Jeder Person, die neugierig genug ist, um Bekanntes infrage zu stellen. Jeder Person, die lernen möchte, Bewährtes zu behalten und dies argumentativ nachvollziehbar begründen zu können. Jeder Person, die mit einem „Das ist halt so“ nicht zufrieden ist.

 

Auf der Webseite der HFPH sind alle wichtigen Informationen zu diesem Weiterbildungsprogramm  zusammengestellt. Start ist jeweils im Wintersemester, die Bewerbungsfrist für dieses Jahr endet am 15. Juli 2026.

Fragen beantworten wir gerne unter  Am 15. Juni findet außerdem eine virtuelle Fragestunde statt.

 

Infos zum Modulstudiengang Wirtschaftsethik

 

Weitere Artikel