The New Fascist Body: Ableism and Affective Politics from Nazism to the Contemporary Far Right
Online-Vortrag von Dist. Prof. Dr. Dagmar Herzog (Graduate Center CUNY) | PRISM Talk Series Ep. 10
19:00 Uhr
21:00 Uhr
Dagmar Herzog ist Distinguished Professor of History und Daniel Rose Faculty Scholar am Graduate Center der City University of New York.
Ihre Forschung bewegt sich an der Schnittstelle von moderner europäischer Geschichte, Holocaustforschung, Geschichte von Sexualität und Religion, Disability History sowie den politischen Dimensionen von Psychiatrie und Psychoanalyse. In ihren historisch breit angelegten Arbeiten entwickelt sie Perspektiven auf die Verflechtungen von Begehren, Gewalt, Erinnerung und moralischer Aufarbeitung im modernen politischen Leben.
Sie ist Autorin zahlreicher Bücher, darunter das preisgekrönte The Question of Unworthy Life (2024), Unlearning Eugenics (2018) sowie Sex after Fascism (2005). Ihr jüngstes Buch The New Fascist Body (2025) untersucht die libidinösen Fantasien und Wunschvorstellungen gegenwärtiger rechtsextremer Politik, insbesondere die Verflechtung von Rassismus, Behindertenfeindlichkeit und der Lust an Aggression und Gewalt.
Zu ihren Auszeichnungen und Stipendien zählen unter anderem ein Guggenheim Fellowship, der Distinguished Achievement Award in Holocaust Studies der Holocaust Educational Foundation, der Sigmund-Freud-Kulturpreis sowie der Günther Anders-Preis für kritisches Denken.
Als Berlin Prize Fellow 2026/27 an der American Academy in Berlin wird sie an ihrem Projekt Fascism’s Lingering: Regime Change and Moral Reckoning arbeiten.
In ihrem Vortrag im Rahmen der PRISM Talk Series – Philosophical Reflections and Inquiries on Society and Mind untersucht Dagmar Herzog auf der Grundlage ihres Buches The New Fascist Body die emotionalen Dynamiken neuer Formen des Faschismus in Deutschland.
Dabei beleuchtet sie erotisch kodierten Rassismus und Behindertenfeindlichkeit als wiederkehrende Motive zeitgenössischer rechtsextremer Politik sowie die historischen Vorläufer beider Motive im und vor dem Nationalsozialismus, den sie in einer längeren Geschichte verortet, die von tödlicher Feindseligkeit gegenüber vulnerablen Gruppen sowie von der Verheißung nationaler Größe geprägt ist.
Laut Herzog stellen enthemmende, bewusst widersprüchliche Botschaften sowie die Verschränkung erregender libidinöser Grenzüberschreitung mit menschenverachtendem Ableismus im zeitgenössischen Diskurs keinen Backlash, sondern einen „Frontlash“ dar: eine vorwegnehmende, präventive Abwehrreaktion auf progressive, inklusive politische Maßnahmen, die bislang noch nicht in größerem Umfang umgesetzt worden sind.
Organisation und Moderation: Seraphin Frimmer, M.A.
In Kooperation mit der Hochschule für Philosophie München, mit Unterstützung der Hanns-Seidel-Stiftung.
Kostenlose Registrierung über pretix: https://pretix.eu/prismtalkseries/prism-talk-10/c/AQCJ7OIwl/
Im Anschluss erhalten Sie per E-Mail einen Link zur Zoom-Registrierung; danach sendet Zoom Ihren persönlichen Teilnahmelink.
Weitere Informationen zur PRISM Talk Series finden Sie hier: https://hfph.de/forschung/wissenschaftliche-einrichtung/prism-talk-series/
Aufzeichnungen bisheriger Beiträge der PRISM Talk Series finden Sie auf dem YouTube-Kanal der Reihe: https://www.youtube.com/@PRISMTalkSeries
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