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Mehr Schein als Sein?
Versteckte Implikationen in der Gotteslehre der analytischen Philosophie – Vortrag von Dr. Esther Jünger, Preisträgerin des Richard-Schaeffler-Preises 2026
18:00 Uhr
19:30 Uhr
In der analytischen Religionsphilosophie werden Fragen nach dem Wesen des christlichen Gottes und den sogenannten göttlichen Vollkommenheitsattributen diskutiert.
Was heißt es, wenn wir sagen „Gott ist allmächtig“?
Auch unveränderlich, allwissend oder ewig soll Gott sein, doch die unterschiedlichen Erklärungsansätze für die jeweiligen Attribute passen nicht immer gut zusammen. Das allerdings wird manchmal erst im Blick auf ihre „versteckten Implikationen“ deutlich. Ein Paradebeispiel hierfür ist die Debatte über das Vorauswissen Gottes. Darin geht es um die Vereinbarkeit von göttlichem Allwissen und göttlicher Ewigkeit, die vor allem dann nur schwer herzustellen ist, wenn der Mensch gleichzeitig eine moralisch relevante Freiheit besitzen soll.
Anhand ausgewählter Beispiele aus ihrer Dissertation über das Verhältnis von Allwissen und Ewigkeit Gottes diskutiert Esther Jünger die Bedeutung und die kritischen Konsequenzen versteckter Implikationen. Sie zeigt auf, wie „Schein“-Positionen von solchen mit „echter“ Erklärungskraft unterschieden werden können (und sollten) und welche neuen Perspektiven sich dadurch ergeben.
HFPH/ K. Kleiß
Dr. Esther Jünger ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule für Philosophie München. Seit Mai 2026 arbeitet sie auf einer Walter-Benjamin-Stelle der DFG zum Thema „Zur Nachhaltigkeit verpflichtet? Landwirtschaftlicher Umgang mit dem Gemeingut Boden“.
Für ihre Doktorarbeit mit dem Titel „Weiß Gott die Zukunft? Das logische Verhältnis von Allwissen und Ewigkeit im analytischen Diskurs über das göttliche Vorauswissen.“ wird sie mit dem Richard-Schaeffler-Preis 2026 ausgezeichnet.








