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Kurzbeschreibung

Im Projekt wird der gesellschaftliche Diskurs über Nachhaltigkeitspflichten in der Landwirtschaft in der politische Ökonomie der EU und ihrer Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) vom Standpunkt einer sozial-ökologischen Wirtschaftsethik her  untersucht: Sind politisch-ökonomische Nachhaltigkeitspflichten eine gerechte und funktionierende Strategie für die Transformation des Agrarsektors? Welche Alternativen gibt es? Inwiefern lassen sich die Positionen als ökonomische oder ethische Argumente systematisch rekonstruieren und wo liegen die Grenzen dieser Methode?

Untersucht werden verschiedene Akteur:innenperspektiven auf die GAP sowie theoretische Argumente für und wider höhere Nachhaltigkeitspflichten für die europäische Landwirtschaft:

  1. In der ersten Projektphase werden zunächst relevante Akteur:innenperspektiven identifiziert und deren Standpunkte zur Frage der Nachhaltigkeitspflichten in der GAP untersucht.
  2. In der zweiten Phase werden Argumente einer sozial-ökologischen Wirtschaftsethik für und wider höhere Nachhaltigkeitspflichten erarbeitet und es wird nach Verbindungen und Widersprüchen zu den Akteur:innenperspektiven gefragt.
  3. In der dritten Phase stehen wirtschaftstheoretische bzw. politisch-ökonomische Argumente legitimer wirtschaftlicher Eigeninteressen  pro und contra Nachhaltigkeitspflichten im Fokus.
  4. Die verschiedenen Perspektiven und Argumente werden abschließend auf ihre Konsistenz, Kohärenz und Überzeugungskraft hin miteinander ins Verhältnis gesetzt und in einer „Kartographie der Standpunkte“ systematisiert und gewichtet, die Anhaltspunkte dafür sichtbar machen soll, welche Faktoren in der Entwicklung transformativer Strategien aus einer ethischen Perspektive besonders berücksichtigt werden sollten.

 

Das Projekt wird von Dr. Esther Jünger im Rahmen des Walter-Benjamin-Programms der DFG durchgeführt, von der DFG gefördert und von Prof. Johannes Wallacher beratend begleitet.

Dr. Esther Jünger

Wissenschaftliche Mitarbeiterin | Walter-Benjamin Projektstelle "Zur Nachhaltigkeit verpflichtet? Landwirtschaftlicher Umgang mit dem Gemeingut Boden."

© HFPH/ A. Futter

Prof. Dr. Dr. Johannes Wallacher

Professor für Sozialwissenschaften und Wirtschaftsethik | Präsident