Vulnerabilität und Kritik: Widersprüche demokratischer Praxis
Das Forschungsprojekt untersucht das Spannungsverhältnis von Demokratie und Vulnerabilität. Dabei bezieht es sich nicht nur auf individuelle oder natürliche Verletzlichkeit, sondern insbesondere auf gesellschaftliche Praktiken, durch die soziale Gruppen vulnerabel gemacht werden. Das Projekt geht davon aus, dass demokratische Praktiken, die eigentlich den Schutz vulnerabler Gruppen bezwecken, zugleich neue Formen der Vulnerabilität produzieren können. Diese Problematik analysiert das Vorhaben anhand (1) der Geflüchtetenpolitik, (2) der Rechtsprechung im Kontext partnerschaftlicher Gewalt sowie (3) der Demokratietheorie. In methodischer Hinsicht verbindet das Projekt philosophische Gesellschaftskritik mit empirischer Sozialforschung und bringt hierfür Perspektiven der Sozial- und politischen Philosophie sowie der Rechtswissenschaft zusammen. Im Fokus steht dabei einerseits die Kritik exkludierender Strukturen gegenwärtiger Demokratie. Andererseits werden alternative demokratische Praktiken des Umgangs mit Vulnerabilität konturiert und das emanzipatorische Potenzial geteilter Verletzbarkeit für Solidarität und gesellschaftliche Transformation herausgearbeitet.








