Wirklichkeit als politische Kategorie – Hannah Arendt über Wahrheit und Lüge in der Politik
Sophie Loidolt
19:00 Uhr
21:00 Uhr
Worin besteht der Schaden, den flächendeckendes politisches Lügen anrichtet?
Hannah Arendt sieht ihn nicht nur im Vertrauensverlust in die Politik. Vielmehr ist dadurch die Herstellung einer gemeinsamen Wirklichkeit gefährdet.
Das ideale totalitäre Subjekt ist nach Arendt nicht ein ideologisch überzeugtes, sondern eines, für das die Unterscheidungen zwischen Fakt und Fiktion und zwischen wahr und falsch nicht mehr existieren. In ihrem Essay „Wahrheit und Politik“ argumentiert Hannah Arendt an zwei Fronten: einerseits gegen populistische und totalitäre Politik, die zugunsten der faktischen eine fiktive Welt herbeilügen will; andererseits gegen philosophische und szientifische Politik, die das Politische für obsolet erklärt, weil sie sich im Besitz der Wahrheit wähnt.








