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München, 28.11.2025. Die Hochschule für Philosophie ist einem rationalen und wertschätzenden Austausch von Argumenten zu einer Breite von Themen verpflichtet, die für das Menschsein und das gesellschaftliche Zusammenleben bedeutsam sind. Wir stehen zur Freiheit von Forschung, Lehre und Rede – auch dann, wenn Positionen kontrovers sind oder Widerspruch hervorrufen. Einladungen zu Vorträgen bedeuten keine inhaltliche Zustimmung, sondern eröffnen Raum für kritische Auseinandersetzung.

Im Einklang mit der jesuitischen Tradition gehört es zum philosophischen Selbstverständnis der Hochschule, die Frage nach Gott und des Glaubens für Vernunftargumente offen zu halten. In diesem Sinne wurde eine Einladung an PD Dr. Sebastian Ostritsch ausgesprochen, um das thomistische Nachdenken über Gottesbeweise mit dem Aufklärungsdenken Kants in Verbindung zu bringen.

Im Vorfeld der Veranstaltung wurden seine polarisierenden Äußerungen zu gesellschafts- und kirchenpolitischen Themen als Publizist offenkundig und führten an der Hochschule zu einer massiv aufgeladenen Debatte darüber, ob man unter diesen Umständen die Einladung aufrechterhalten könnte, zumal seine Positionen in der Vergangenheit auch an einer anderen Universität zu erheblichen Auseinandersetzungen geführt hatten. Nach intensiven Beratungen ist die Hochschulleitung zu der Einschätzung gelangt, dass unter den gegebenen Begleitumständen der intendierte akademische Diskurs über Gottesbeweise nicht mehr gewährleistet werden konnte, weil er von anderen Themen überlagert werden würde. Vor diesem Hintergrund erschien ein für alle Beteiligten sicherer Verlauf der Veranstaltung gefährdet. Aus diesen Gründen wurde die Entscheidung getroffen, die Veranstaltung abzusagen.

Weil die HFPH für einen offenen wissenschaftlichen Austausch steht, werden wir den Ablauf des Verfahrens intern sorgfältig aufarbeiten und den Vorgang zum Anlass nehmen, gemeinsam mit den Gremien und der Studierendenvertretung der Hochschule eine umfassende Strategie zu erarbeiten, um Formate zu stärken, die Widerspruch produktiv machen. Die Formate sollen zeigen, dass sich im akademischen Umfeld kontroverse Debatten mit respektvollem Austausch verbinden lassen und dass Engagement und wissenschaftliche Distanz kein Widerspruch sein müssen.

Wir nehmen die aktuelle Kritik als Ansporn, unsere Praxis zu verbessern. Die Hochschule für Philosophie wird auch weiterhin ein Ort sein, an dem aus christlicher Perspektive, in Verantwortung vor der Vernunft und in Respekt vor der Würde aller Menschen, schwierige Fragen offen gestellt und diskutiert werden können.

 

Kontakt:

Stabsstelle für Kommunikation & Fundraising

Kristina Kleiß-Baier

E-Mail:

Tel.: 089 2386 2431