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München, 15.05.2026. Kann eine Maschine wissen, ohne zu verstehen? Kann Intelligenz ohne Bewusstsein existieren? Und steht mit Künstlicher Intelligenz nicht weniger auf dem Spiel als die Frage, was den Menschen überhaupt zum Menschen macht? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die internationale Konferenz „Knowledge Without Comprehension? On Spirit after Hegel in the Age of AI”, die vom 21. bis 23. Mai 2026 an der Hochschule für Philosophie München (HFPH) stattfindet. Organisiert wird die Tagung von Prof. Dr. Dominik Finkelde SJ, Professor für Erkenntnistheorie und Philosophie der Neuesten Zeit an der HFPH, mit Unterstützung der Fritz Thyssen Stiftung.

Künstliche Intelligenz als Herausforderung für das Denken

Im Zentrum steht ein überraschend aktueller Denker des 19. Jahrhunderts: Georg Wilhelm Friedrich Hegel. Für Hegel war Wissen niemals bloße Informationsverarbeitung. Wissen bedeutete Verstehen und Verstehen bedeutete Selbstbewusstsein, Vermittlung und Geist. Gerade hier beginnt die Provokation moderner KI.

Sprachmodelle, neuronale Netze und algorithmische Systeme produzieren heute Ergebnisse von verblüffender Komplexität, ohne dass klar ist, ob sie überhaupt „verstehen“, was sie tun. Sie generieren Wissen ohne Bewusstsein, Leistung ohne Erfahrung, Intelligenz ohne Subjekt. Ist das noch Vernunft – oder bereits ihr Ende?

Die Konferenz fragt deshalb: Ist Künstliche Intelligenz die Vollendung der Aufklärung – oder ihr philosophischer Zusammenbruch? Dabei treffen Hegels Dialektik, Lacans Psychoanalyse, Marx’ Kapitalismuskritik und aktuelle Debatten um digitale Plattformen, Automatisierung und algorithmische Herrschaft aufeinander.

Ein besonderer Fokus liegt auf dem Werk von Slavoj Žižek, einem der international einflussreichsten Philosophen der Gegenwart, dessen Denken Hegel, Psychoanalyse und Gegenwartsdiagnose wie kaum ein anderes verbindet.

Die Tagung versteht sich zugleich als philosophische Würdigung Žižeks und seines Beitrags zur Frage, wie Denken nach Hegel – und im Zeitalter von KI – überhaupt noch möglich ist.

Höhepunkt: Key Lecture von Slavoj Žižek

Ein besonderer Höhepunkt der Konferenz ist die Key Lecture von Slavoj Žižek am 22. Mai 2026 um 17:00 Uhr.

Žižek wird der Frage nachgehen, ob Künstliche Intelligenz lediglich ein neues Werkzeug ist – oder ob sie bereits eine neue Form von Subjektivität hervorbringt, die unser Verständnis von Freiheit, Verantwortung und Geist radikal verändert.

Hochkarätige internationale Besetzung

Zu den eingeladenen Sprecherinnen und Sprechern zählen unter anderem:

  • Andrew Cutrofello (Chicago),
  • Mladen Dolar (Ljubljana),
  • Rahel Jaeggi (Berlin),
  • Christoph Menke (Frankfurt am Main),
  • Thomas Khurana (Potsdam),
  • Adrian Johnston (Albuquerque),
  • Alenka Zupančič (Ljubljana),
  • sowie Slavoj Žižek (London).

Veranstaltungsdaten

21.05.2026, 13:00 Uhr bis 23.05.2026. 13:30 Uhr

 

Knowledge Without Comprehension? On Spirit after Hegel in the Age of AI

Ort: Aula der Hochschule für Philosophie München, Kaulbachstr. 31, 80539 München

Organisation: Prof. Dr. Dominik Finkelde SJ (HFPH) mit Unterstützung der Fritz Thyssen Stiftung

Sprache: Englisch

Anmeldung:

 

Medienvertreterinnen und Medienvertreter sind herzlich eingeladen, an der Konferenz teilzunehmen und über die Veranstaltung zu berichten.

Interviews mit Prof. Dr. Dominik Finkelde SJ können auf Anfrage vermittelt werden.

 

Über die Hochschule

An der Hochschule für Philosophie München (HFPH) stellen sich Lehrende und Studierende seit 100 Jahren gemeinsam den großen gesellschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft. Wir bilden Menschen in Philosophie aus, damit sie komplexe Zusammenhänge kritisch erfassen können und Orientierung in den existenziellen Fragen des Menschseins gewinnen. Das Studienangebot der vom Jesuitenorden getragenen und staatlich anerkannten Hochschule umfasst Studiengänge in Philosophie mit den Abschlüssen Bachelor, Master und Promotion ebenso wie berufsbegleitende Weiterbildungsstudiengänge mit Zertifikat oder Master-Abschluss. Im Zentrum des Münchner Universitätsviertels zeichnet sich die Hochschule durch besondere Lehr- und Lernprozesse auf Augenhöhe zwischen Studierenden und Lehrenden, eine familiäre Atmosphäre sowie inter- und transdisziplinären Austausch aus. Die Hochschule ist ein Ort des Dialogs und der Debatte, der auch über die Wissenschaft hinaus in die Gesellschaft hineinwirkt.

Weitere Informationen

Veranstaltungsinfos: www.hfph.de/ki-konferenz-2026

Konferenzprogramm: Programm – Knowledge Without Comprehension? On Spirit after Hegel in the Age of AI.

Lehrendenprofil von Prof. Dr. Dominik Finkelde: www.hfph.de/finkelde

Veranstaltungsbild © Carla Laumann: https://hfph.de/files/2026/02/kreise-png.png